Na Servus, Beijing!
Beijing, 18:06 - Wir sitzen auf einer kleinen Rooftop Terrace am Qianhai See, und stoßen mit unserem ersten Bier auf den Trip an. Wohlverdient, nach bereits 55 Stunden und 63.021 Schritten (jeweils) in Beijing. Leider kommt diese schöne Aussicht auch mit ihren Kosten: Wir haben es geschafft, 3 Tage in Beijing kein EINZIGES Wort Deutsch um uns herum zu hören. Normalerweise sind Deutsche Touristen ÜBERALL. Nicht in China. War aber irgendwie klar, dass man auf Deutsche Touris trifft, sobald jemand “Cold Beer, Rooftop Terrace!” schreit.
Kurzer Recap, was wir in den letzten drei Tagen bereits erlebt haben:
Tag 2:
Ankunft, explorieren in den Straßen Chinas. Versucht, in den Tiananmen Square reinzukommen - benötigt allerdings Tickets, die mindestens einen Tag vorher gekauft werden müssen. Ersten 3D Screens gesehen, erste Dumplings gegessen, müde ins Bett gefallen. Das Goldene M in jedem Land einmal auszuprobieren ist eigentlich schon Tradition für uns. Dass wir innerhalb der ersten 6 Stunden schon dort landen, hätten wir zwar nicht gedacht, aber es geht ja auch nur ums Eis. Von einem “Affogato” und “Matcha” Sundae könnten sich die anderen Länder mal eine Scheibe abschneiden (wenn die Eismaschine funktioniert).



Tag 2:
Tour am Vorabend noch gebucht, um heute Tiananmen Square + Forbidden City zu sehen. Wohl doch nicht so “forbidden”, lol. Unser Tourguide Huang war ein absolutes Herzstück. Er brachte uns nicht nur die Geschichte Pekings nah und beschenkte uns am Ende mit seinen selbstgemalten Kaligraphien, sondern passte auch vehement darauf auf, dass der verpeilte Tagträumer “Michaer” aus unserer Gruppe nicht in der “forbidden City” verloren geht. Jingshan Park und Beihai Park ebenfalls wunderschön.




Tag 3:
Josh (der Freund von Belindas Schwester) hat uns mit seiner Cousine Shawn (echter Name: Xiao) verbunden. Mit ihr haben wir den Tag in der Innenstadt verbracht (Qianhai, Qianmen, Nanluoguxiang, etc.). Nichts übertrifft die Einblicke eines Locals in eine Stadt, und erst recht nicht die Essensempfehlungen. Sobald wir nur ansatzweise interessiert auf etwas im Menü geschaut haben, stand auch schon das nächste Gericht auf dem Tisch (inklusive legendärer Peking Duck) - wir sind Mittags aus dem Restaurant heraus gerollt.


Erste Eindrücke in Beijing
Auf vieles waren wir bereits vorbereitet: Niemand spricht Engrish, Google Translate ist wichtig. Cash existiert praktisch nicht. Kameras sind wirklich überall. “Squat Toilets” sind die Norm, zumindest in öffentlichen Räumen und Restaurants. Dein Pass ist dein Ausweis und Eintrittsticket zugleich. Trinkgeld gibt es keines. Und ALLES wird über WeChat und AliPay abgewickelt. Eigentlich auch ganz praktisch: Man setzt sich in ein Restaurant, scannt den QR Code, bestellt über WeChat/AliPay, bezahlt zugleich und bekommt das Essen direkt zum Tisch gebracht. Meistens funktioniert der “translate” Knopf in den Apps auch ganz ok, dadurch bleiben dir akrobatische Hand-Fuß-Kombinationen zum nonverbalen Bestellen von Essen erspart. Die Übersetzungen sind allerdings oft ziemlich lustig, hier also ein paar unserer Favoriten:


Aber viel mehr überrascht uns alles, worauf wir nicht vorbereitet waren:
Beijing ist weitaus ruhiger, als man denken würde. Hauptgrund: Gefühlt ALLE Fahrzeuge sind mittlerweile elektrisch. Inklusive Mopeds, Bussen, LKWs. Hauptstraßen sind ruhig. Luftqualität ist top, kein Bedarf “frische Luft aus der Dose” zu kaufen. Später haben wir erfahren, dass es in Großstädten wie Beijing und Shanghai sogar schon Sperrzonen für nicht-elektrische Fahrzeuge gibt. Wahnsinn.
Die Straßen sind extrem sauber - Es gibt absolut keinen Müll auf den Straßen. Mülltonnen sind zwar nicht an jeder Straßenecke (so wie unser geliebter Wiener “Otto”), aber vorhanden. Das Einzige, was man auf den Straßen findet, ist die Spucke mancher Locals, die mit einem krächzenden “Hawk-Tuah” auf den Boden geschleudert wird. Wir denken, es handelt sich um irgendeine Art Reviermarkierung, sind uns aber unsicher…
Auf Sicherheit wird sehr viel Wert gelegt - Bei jeder U-Bahn Station und auch vielen Straßen gibt es Gepäck-Scanner und Security Checks, mit denen deine Taschen und manchmal auch dein Pass gecheckt werden. An manchen Kreuzungen fanden wir ~10 Straßenaufseher. Wie wirksam die Gepäck-Scanner und Checks jedoch sind, ist fragwürdig.
Schön langsam aber sicher kommen wir “wirklich” in China an, und der Jetlag legt sich. Oder vielleicht ist es auch einfach nur das Bier. Wir beenden den Blog Post mit einer ersten Touristenfalle - Belinda hat beim Vorbeigehen gesehen, dass Einheimische eine andere Karte hier am Rooftop bekommen. Wir die mit doppelten Preisen. Worth it!






